Tanke schön

VW Käfer Heckansicht

VW Käfer Scheinwerfer

VW Käfer Schriftzug

VW Käfer Motorraum

VW Käfer Innenraum

Fotos: Kai Zell

Egal worum es geht, es ist immer von enormem Vorteil, wenn man direkt an der Quelle sitzt. Als Tankwart könnte Andreas Schaller nicht näher dran sein.

Eine eigene Zapfsäule – was für ein Trumpf! Denn ein Käfer mit zwei Litern Hubraum und zwei gierigen Weber-Doppelvergasern schlürft schon den einen oder anderen Liter weg. Schließlich kommt Kraft von Kraftstoff! An dem Spruch ist auf jeden Fall was dran, oder haben Sie schon mal einen 400-PS-starken Porsche gesehen, der mit acht Litern Sprit auskommt? Kann ja auch schlecht funktionieren, denn Motoren mit viel Hubraum oder einer satten Aufladung via Turbo oder Kompressor benötigen nun mal eine ordentliche Portion Treibstoff, um viel Leistung erzeugen zu können.

Andreas hat keine 400 PS. Auch von einem dicken Turbo ist im Motorraum seines 82er Mexiko-Käfers nichts zu sehen. So ganz sparsam ist der Krabbler dennoch nicht, denn Andreas bewegt die rote Kugel immerhin mit einem 2,0-Liter-Typ-4 Motor, der mit ein paar edlen Zutaten stramme 136 PS auf die Rolle drückt. Verantwortlich für den enormen Leistungszuwachs ist hierbei die Firma Boxershop, die den Motor quasi schlüsselfertig lieferte. Mit 40er Doppelwebern und einer mächtigen Edelstahl-Abgasanlage macht der ”Mex” schon ordentlich Musik. Vor allem bei einem beherzten Gasstoß unter Last knurrt der German-Style-Renner sehr grimmig und fletscht die Zähne. Das erleichterte Schwungrad trägt erheblich zur Reduzierung der sich rotierenden Massen bei und sorgt somit für ein schnelleres Hochdrehen der Maschine, während die verstärkte Sportkupplung  eine problemlose Kraftübertragung an das länger abgestufte Viergang-Getriebe sicherstellt.

So hatten sich Andreas und Vater Karl Schaller das vorgestellt – und sind mit der Leistungsausbeute zufrieden. Karl, der mit seiner Tankstelle Andreas das Benzin sozusagen mit in die Wiege legte, schraubte mit seinem Sohn gut ein Jahr an dem Käfer. Durch einen Zufall hörten sie, dass ein älterer Herr sich von seinem Käfer trennen wollte. Wieder ein Bonus, an einer Tankstelle zu arbeiten, denn die ”Tanke” ist ein Dreh- und Angelpunkt für Informationen. Andreas bekam den Käfer geschenkt. Natürlich hatte der Wagen einige unschöne Stellen, was aber kein Grund zur Sorge war. Nicht umsonst hat Vater Karl eine eigene Werkstatt, wo die Restauration schließlich auch über die Bühne ging.

Neben ein paar neuen Blechen schrie natürlich auch die Technik, wie zum Beispiel die Bremse, lautstark um Hilfe. Hierbei wendete man sich übrigens wieder vertrauensvoll an die Firma Boxershop und investierte in eine innenbelüftete Vierscheiben-Bremsanlage, die für die satte Mehrleistung auch zwingend erforderlich war.

Die höhenverstellbare Vorderachse sorgt nicht nur dafür, dass die schicken Porsche-Cup-Räder bündig in den Radhäusern verschwinden. Durch das Tieferlegen erhöht sich automatisch die Vorspannung der Federpakete, wodurch der Federweg kürzer und strammer wird. Für die Hinterachse gilt ähnliches, wobei hier nur die Drehstäbe aus den Achsrohren herausgezogen und um ein bis zwei Zähne verdreht wieder eingesetzt werden. In Verbindung mit eventuell gekürzten und sportlich abgestimmten Dämpfern lässt es sich schon recht zügig um die Kurven fahren. Andreas entschied sich hierbei für rote Koni-Stoßdämpfer.

Von: Kai Zell

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