Erste Klasse

Die Karosserie blieb weitestgehend original, nur die Radläufe mussten gebördelt werden.

78er Scirocco

Das ”Heliodorgrün metallic” stammt von Mercedes.

Der chrome-glänzende 1,9-Liter 16V leistet satte 200 PS.

Prima Kombination:Scirocco-1-TS-Armaturen und Scirocco-2-Ledersitze

Der VW Scirocco der ersten Generation war der Inbegriff für das perfekte Sportmodell der 70er Jahre. Bei Karmann in Osnabrück für die Wolfsburger entwickelt und gebaut, polierte das Coupé mit seinem athletischen Erscheinungsbild sowie dessen überdurchschnittlichen Fahrleistungen, das seinerzeit etwas angestaubte biedere Prestige von Volkswagen wieder gehörig auf. Dass Imagepflege noch ein Stück weit besser zu bewerkstelligen ist, beweist uns Andreas Mirus, der seinen 78er GT nicht nur optisch chrome-glänzend, sondern auch technisch zu einem nie gekannten Leistungsschub verhalf.
 
Nach zirka dreijähriger Suche einer akzeptablen Basis für sein Projekt, fand Andreas diesen ursprünglichem GT im Jahre 2003 durch einen glücklichen Zufall. Nach dem Kauf begann er sofort mit der Totalzerlegung und anschließender Restauration des Coupés. 

Dabei fiel die optische Ausrichtung seines in ”Heliodorgrün metallic“ von Mercedes lackierten Einsers überaus dezent aus, zumindest was das äußere Erscheinungsbild angeht. Schürzen, Schweller oder gar einen riesigen Flügel sucht man hier glücklicherweise  vergebens. Die Karosserie blieb weitestgehend original. Zeitgenössisches Tuning war bei dem 37-Jährigen aus Frankfurt/Oder angesagt:

Zwar musste er die Radläufe vorne und hinten bördeln, damit die hochglanzverdichteten Revolution-Felgen in 8 x 14 ET14 VA und 8 x 14 ET1 HA Platz fanden, doch dass tat der dezenten Optik seines Scirocco keinen signifikanten Abbruch. Im Gegenteil: So passte das per FK-Gewinde um 100/90 Millimeter (v/h) heruntergeschraubte Fahrwerk optimal, ohne ”anzuecken“ in die Radhäuser.

Schwarze Scheinwerfer mit Xenon zogen ebenso, wie ein Zender-Frontgrill in den Bug, ein. Ansonsten gilt für den Body das Gesetz der Serie, sieht man von den Chromspiegeln, den polierten Porsche-Griffen, den Fensterschachtleisten in Chrom und dem verchromten Einarmwischer ab, die durch ihre glänzende Beschaffenheit die Scirocco-Silhouette noch edler wirken lassen. Ziemlich blass blieb bis dato die Leistungsentfaltung des originalen Sechszehnhunderters, der noch weitere drei Jahre als Antriebsquelle dienen musste. Das sollte sich im Jahre 2006 beträchtlich ändern.

Dass sich der Wolfsburger heute äußerst glänzend – jedoch vor allem saft- und kraftvoll in Szene setzen lässt, – ist auf das von Andreas umfangreich revidierte und bis aufs Maximum bearbeitete 16V-Aggregat eines Golf 2 (MKB: PL) zurückführen. Dem ursprünglichen 1,8-Liter-PL-Block ging es dabei auch ans Eingemachte. Infolge dessen wurde der Hubraum durch Schmiedekolben auf 1,9-Liter erhöht. Ein um 1,5 Kilo leichterer Schwung in Verbindung mit einer Sachs-Racing-Kupplung bringen nun die erstarkten Kräfte sodann schnell und zuverlässig an die Räder, respektive auf die Straße. Natürlich blieb auch der Kopf des 16V nicht unangetastet: Bei maximaler Materialbearbeitung für den optimalen Durchsatz und in Verbindung mit Schrick-Ventilen, -Nockenwellen, sowie der 45er Weber Doppelvergaser-Anlage, – die durch einen 4-in-1-Fächerkrümmer sowie eine Supersprint-Gruppe-A-Anlage ausatmen, – stehen Andreas nun rund 200 PS zum Ärgern anderer Verkehrsteilnehmer zur Verfügung.

Von: Andreas Ehm

<< Erste < Vorherige 1 2 Nächste > Letzte >>

Kommentare aus der Community

Du bist nicht angemeldet. Nur angemeldete User können Kommentare schreiben und beantworten.

Zur kostenlosen Registrierung geht´s im Bereich Community.

Bereits registriert? Dann melde dich über das Formular in der linken Spalte an und schreibe Deinen Kommentar!

motorfacts.deAUDI SCENEPORSCHE SCENEflash OPEL SCENEEASYRIDERSYOUNGTIMER SCENEHARDWOK