Eins A Kandidat

VW Golf 1 Heckansicht

VW Golf 1 Innenraum

VW Golf 1 Schalensitze

VW Golf 1 Kofferraum

Fotos: Kai Zell

Und was darf es für Sie sein? Vielleicht ein bisschen mehr Leistung? Oder doch lieber hier und da noch ein Spoiler? Ein Fahrwerk und ein paar schicke Räder würden dem Auto auch gut stehen! Sonst noch einen Wunsch?

In manchen Tuningläden geht es zu wie an der Wursttheke im Supermarkt: nackte Reizüberflutung durch üppig angebotene Ware. Ruckzuck und man hat den Einkaufswagen bis zum Platzen gefüllt, und an der Kasse trifft einen dann der Schlag. Ähnlich ist es auch bei manchen Zeitgenossen, die meinen, ihre Autos mit allem ”verschönern” zu müssen, was das Zubehörregal so hergibt, um ein szenetaugliches Auto auf die Räder zu stellen. Dabei ist die These “Weniger ist manchmal mehr” auch nicht von der Hand zu weisen – im Gegenteil!

Stefan Weidek zum Beispiel ist so einer, der dies ganz genau erkannt hat. Wobei man jetzt nicht behaupten kann, dass sein 1er Golf ärmlich ausgestattet wäre. Nein, hier stimmt einfach das gesamte Konzept rund um das Fahrzeug. Nun gut, man muss dazu sagen, dass sich der gelernte CNC-Fräser für diesen Aufbau gut dreieinhalb Jahre Zeit genommen hat – was total vernünftig und, vor allem für solch eine Arbeit, auch realistisch ist. Schließlich haben wohl nur die wenigsten den ganzen Tag über Zeit, sich nur um das liebe Hobby zu kümmern.

In der elterlichen Doppelgarage (mit Grube) fing alles an. Hier wurde der Erste-Hand-Golf bis auf die letzte Schraube zerlegt, wobei die Schwachstellen schnell zum Vorschein kamen – die sich aber zum Glück nur auf die hinteren Radläufe beschränkten. Hier setzte Stefan komplett neue Bleche ein, die genau wie die vorderen später ein wenig gezogen wurden, um die extrem breiten Tramont-Felgen unterzubekommen. Am Blech wollte Stefan allerdings nicht so viel verändern. “Dezent-Veredelung” lautete hier das Schlagwort. Deshalb beließ man die Karosserie bis auf ein paar Kleinigkeiten im Originalzustand. Die Heckklappe wurde dagegen von allen Anbauteilen befreit und bekam obendrein eine neue Scheibe ohne Heizdrähte.

“Heizung” kommt von “heizen” – und das geht nur mit der richtigen Technik! Folglich verbaute Stefan 16V-Achsen vom Scirocco, wobei die Bremsanlage wiederum vom Golf 2 16V stammt. Das KW-Gewindefahrwerk rundet das sportliche Fahrverhalten perfekt ab und sorgt zudem für eine gelungene Optik.
Mehr Sein als Schein gibt es derweil unter der Haube. Hier implantierte Stefan ein 1,8 Liter großes 16V-Aggregat, welches vorher nicht nur optisch auf Hochglanz gebracht wurde. Unter dem polierten Ventildeckel verbirgt sich eine 276°-Schrick Nockenwelle, die im Einklang mit dem Supersprint-Fächerkrümmer und den zwei 45er Weber-Doppelvergasern eine stramme Leistung hervorbringt. 161 PS kamen nach den Abstimmungsarbeiten auf dem Prüfstand heraus, was für ein nicht mal 1000 Kilogramm schweres Auto eine ordentliche Ansage ist. Die Schwungmasse an der Kurbelwelle wurde übrigens erleichtert, was dem Motor ein schnelleres Hochdrehen ermöglicht, während die verstärkte Kupplung aus dem Hause Sachs eine problemlose Kraftübertragung garantiert.

Von: Kai Zell

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