Blue Rocket

89er Rallye Golf Frontansicht89er Rallye Golf Front89er Rallye Golf Motor89er Rallye Golf Innenraum

"Jetzt kommt mit dem Rallye-Golf ein High-Tech-Volkswagen in Top-Form", hieß es 1989 in den Fachgazetten. Weiter war zu lesen: "Auf dieses Auto haben sportlich ambitionierte Golf-Fans offenbar schon lange gewartet. Bereits Wochen vor seinem offiziellen Verkaufsstart lagen sehr viele ernsthafte Anfragen vor. Noch mehr Interessenten haben den Rallye-Golf in ausführlichen Presse-Vorberichten gesehen und waren heiß darauf, mehr über seine Technik, seine Ausstattung und Leistungswerte zu hören – vor allem aber, ihn im Original zu sehen und selbst zu fahren…" Für Sven Koschnicke aus Flörsheim bei Frankfurt ging vor etwa zehn Jahren ein Jugendtraum vom eigenen Rallye-Golf in Erfüllung, welchen er dann über den Zeitraum von acht Jahren nach seinem ganz persönlichen Geschmack gravierend optimierte – gerade in puncto Leistung... 

Schon sehr lange war der heute 31-Jährige auf der Suche nach einem bezahlbaren Exemplar. Vor rund zwölf Jahren – mit einem Listenpreis von über 20.000 DM – war sein Traum noch unerschwinglich. Sven sparte weiter auf sein Wunschauto, welches er dann im September 1998 durch einen glücklichen Umstand ergattern konnte: "Ich war in einem Baumarkt, und als ich herauskam und die Ausfahrt herausfuhr, fuhr ein Rallye-Golf mit roten Kennzeichen vorbei. Nichts wie hinterher, dachte ich! Und was für ein Zufall – er fuhr zu einem benachbarten Autohaus! Eine Probefahrt war zu Ende. Mein Mitstreiter, ein junger Bursche, der das Auto von seinen Eltern bekommen sollte, hatte das Vorkaufsrecht. Es galt, sich noch vier Tage zu gedulden. Als mich der Verkäufer dann anrief und mir mitteilte, dass der Golf noch zu haben sei, bin ich gleich zur Bank und holte die 10.500 D-Mark – obwohl ich mir den Wagen nicht einmal näher angeschaut hatte."

Für rund zweieinhalb Monate war Sven der wohl glücklichste VW-Fahrer im Rhein-Main-Gebiet. Doch ein BMW-Fahrer beendete die Glückseligkeit schlagartig, indem er Sven die Vorfahrt verwehrte und mit seinem Wagen den Golf der Länge nach aufschlitzte… Nachdem die Versicherung der Verursachers den entstandenen Schaden beglichen hatte, nahm sich Sven den stark ramponierten Golf vor und reparierte ihn in Eigenregie. Anschließend ließ er ihn in ”Blau metallic” (Chevrolet) lackieren. Bei dieser Gelegenheit machte er sich auch noch an den Innenraum und wandelte diesen in einen betont sportlichen Arbeitsplatz um. Gewichtsoptimierung lautete die Devise: Eigenbau-Aluriffelblech ersetzte fortan die Rückbank, Sparco-Rennsitze und Sabelt-Renngurte sowie ein 32er Dino-Lenkrad mit Snap-Off-Narbe, Alu-Fußmatten und ein Käfig mit Kreuz-Streben schaffen zusätzliche Rennsport-Atmosphäre.

Den Überschuss des Versicherungsschadens und ein weiterer großer Batzen hart ersparter Euros steckte Sven dann in den Motorumbau. Den kompletten, jedoch stärker dimensionierten Achsantrieb – welcher ohne Probleme umzubauen war – hatte er zwischenzeitlich schon einem VR6 entnommen.

Von: Andreas Ehm

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