„Mit hohem Drehmoment und starker Beschleunigung ist die 44. Essen Motor Show gestartet“, erklärt der Veranstalter nach dem ersten Wochenende, „Mit insgesamt etwa 109.000 Besuchern an den ersten drei Veranstaltungstagen verbuchte sie zum Auftakt ein Besucherplus gegenüber den Vorjahren.“
Das sei in erster Linie der Neu-Ausrichtung mit dem „Vier-Säulen-Modell“ Motorsport - Tuning - sportliche Serienautomobile - Classics zu verdanken. Naja, im Prinzip gehörten diese vier Kapitel der automobilen Begeisterung ja schon immer zur Motor Show, sie wurden nur nie explizit so benannt.
Fakt ist: Es gibt viel zu sehen, für den ein oder anderen vielleicht sogar zuviel. Eine Sonderschau neben der anderen, da verliert der Besucher schnell den Überblick. „100 Jahre Fangio“, „100 Jahre Rallye Monte Carlo“, „Designstudien“, „Hot Rods“, „100 Jahre Indianapolis“, „50 Jahre Jaguar E-Type“,… Warum werden die alten Schätzchen so nüchtern präsentiert wie Neuwagen – und dadurch austauschbar? Wer weiß hinterher noch, was er im Laufe eines Messetages gesehen hat?
Durchsichtiger ist da die Aufteilung der Hallen: Hier präsentieren sich Motorsport-Teams und Rennserien, da gibt es die obligatorischen Hochpreis-Oldtimer, mittendrin parken erstmals Motorräder in einer eigenen Halle – und die Motorsport-Arena ist am ständigen Reifenquietschen immer gut zu finden.
Stellt sich also die Frage, was es für den VW-Freund ganz konkret zu entdecken gibt. Die Wolfsburger selber glänzen durch Abwesenheit –dabei hätte man hier sicher gut den neuen Rallye-Polo zeigen können. So aber wurden beispielsweise der 24h-Golf und sein „Einser-Derivat“ sowie diverse Cup-Sciroccos und Formel-Autos in den Hallen verstreut.
VW-Schrauber hingegen bekommen hier viel zu sehen – und zu kaufen. Am SKN-Stand in Halle 11 wird beispielsweise im laufenden Messebetrieb ein Golf aufgebaut, der letztendlich einem glücklichen Gewinner übergeben wird. Bei vielen anderen Aussteller stehen sowohl szenebekannte als auch eigens für Essen hergerichtete Autos.
Es lohnt sich also, vom „VDAT-Salon“, den Hallen 11 und 12 bis in den „Keller“, die undankbare Halle 1A zu schlendern. Dann kommen auch die Freunde luftgekühlter Volkswagen auf ihre Kosten – für sie gibt es unter anderem ein Ostermann-Coupé, einen originalen T1 oder den Fussel-Bulli zu entdecken…
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