1996er Golf

VW Golf – Dreier oder Vierer?

VW Golf – Dreier oder Vierer?

Das Heck enttarnt den Golf als Dreier

Das Heck enttarnt den Golf als Dreier

Unter der Haube dieselt ein 1,9-Liter-TDI

Unter der Haube dieselt ein 1,9-Liter-TDI

Chices Cockpit: Eigenbau-Tachoscheiben, Sportlenkrad und lackierter Kunststoff

Chices Cockpit: Eigenbau-Tachoscheiben, Sportlenkrad und lackierter Kunststoff

Individuelle Modellpflege – 96er Golf

Vorne Golf 4, hinten Golf 3 und eine Lackierung von Ford. Hä? Da steigt nur durch, wer zweimal hinsieht. Aber genau diese Mischung macht Stefan Wurmlingers Projekt so einzigartig. Wobei der Dreier weit mehr zu bieten hat als einen kurzen Moment der Verwunderung.

Kann man vom Musikgeschmack auf das Fahrzeugprojekt schließen?

Wer von der VW SCENE zum Fotoshooting eingeladen wird, bekommt einen Datenbogen zum Ausfüllen. Darauf finden sich neben technischen Fragen zu Motor, Fahrwerk, Bremsen oder HiFi auch einige persönliche Dinge. Zum Beispiel: Was steckt zur Zeit im CD-Player? Die Antwort auf diese Frage passt meist zum Fahrzeugprojekt. Fans von Rock'n'Roll fahren meist ältere Autos, Hard-Rocker setzen häufig auf matte Kisten und Oldschool-Look und dann gibt es noch die Electro-Fangemeinde – da passt so ziemlich alles rein. Auch Stefan Wurmlinger aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn bei München füllte das Kästchen brav aus. Was meint ihr – welcher Musiktyp ist der 32-Jährige?

Stefans Golf ist einer der letzten Dreier

Vielleicht sollte man einen Blick auf seinen 96er Golf werfen, um der Sache näher zu kommen. Elf Jahre Aufbauphase dürften überdies weit mehr als einen kurzen Augenblick wert sein. Dabei ist Stefans Schätzchen ein Erste-Hand-Auto. Kaufpreis 23.000 Mark, Erstzulassung am 27.11.1996 – also einer der letzten. 1997 löste der Vierer die dritte Generation der kompakten Limousine ab. Im Jahr 2000 startete der Augenoptiker mit den Aufbauarbeiten am gerade einmal vier Jahre jungen Golf, der in dementsprechend gutem Zustand war. Aber auch ohne rostige Radläufe widmete sich Stefan dem Kotflügel-Blech und verbreiterte es um 3,5 Zentimeter pro Achse. Später sollten darunter 17 Zoll große RH-Felgen in Kombination mit einem FK-Gewindefahrwerk und gelben Konis Platz finden. Die Türen bekamen Ablöse aus dem Audi-Regal und die Heckklappe ein komplett-Cleaning inklusive Verzicht auf den Heckscheibenwischer. Die massivste Änderung brachte allerdings das Facelift à la Wurmlinger. Das ”veraltete Modell” holte er per Golf-4-Cabrio-Front in das neue Jahrhundert. Darin enthalten: Schürzen ohne Stoßleisten und Nummernschildaussparung sowie ein emblemfreier Kühlergrill.

Weiß-rote Rückleuchten enttarnen die Mogelpackung

Auch am Heck setzte Stefan auf die Anbauteile des Nachfolgermodells und schraubte dem Dreier eine Heckschürzte aus dem Golf-4-Cabrio-Regal an, die wiederum sickenfrei an die verbreiterten Kotflügel angepasst wurde. Letztendlich enttarnen weiß-rote Klarglas-Rückleuchten die Mogelpackung, denn spätestens hier geht dem Betrachter nicht nur in der Dunkelheit ein Licht auf.

Die komplette Story gibt's in der VW SCENE 11/11!

Text: Anna Matuschek
Fotos: Dieter Debo


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